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6 Tipps zur Wartung und Reparatur von Luftfederungssystemen

Luftfederungssysteme sind längst nicht mehr nur Luxusfahrzeugen vorbehalten. Sie finden sich heute in immer mehr Fahrzeugsegmenten und sorgen für höheren Fahrkomfort, präzises Handling sowie eine automatische Niveauregulierung. Für Werkstätten und Teilefachhändler eröffnet dieser Trend zusätzliche Möglichkeiten, Kunden zu beraten, passende Ersatzteile zu empfehlen und Probleme effizient zu diagnostizieren.

Die Arbeit an Luftfederungen erfordert Sorgfalt, das richtige Werkzeug und ein gutes Verständnis dafür, wie die einzelnen Komponenten zusammenwirken. Die folgenden sechs Tipps helfen Ihnen dabei, Luftfederungssysteme sicher und wirksam zu warten und zu reparieren.

1. Sicherheit vor Reparaturbeginn priorisieren

Bei Arbeiten am Fahrzeug sollte Sicherheit immer an erster Stelle stehen. Das gilt besonders für Fahrzeuge mit Luftfederung. Die folgenden Sicherheitsmaßnahmen helfen, Schäden am Fahrzeug zu vermeiden und den Techniker zu schützen.

Da Luftfederungssysteme unter hohem Druck arbeiten können, muss vor der Demontage sichergestellt werden, dass der Druck abgelassen ist. Trennen Sie außerdem die Stromversorgung des Luftfederungssystems. Achten Sie darauf, dass kein Schmutz oder Fett in das System gelangt. Tragen Sie bei Servicearbeiten stets geeigneten Hand-, Gehör- und Augenschutz. Heben Sie das Fahrzeug abschließend sicher an und sichern Sie es ordnungsgemäß.

2. Druck kontrolliert ablassen

Das kontrollierte Druckablassen ist ein entscheidender Schritt, um unbeabsichtigte Schäden während der Wartung zu verhindern. Lassen Sie den Druck schrittweise und kontrolliert ab und entfernen Sie Anschlüsse niemals plötzlich. Beachten Sie außerdem, dass bei einigen Fahrzeugen ein Diagnosegerät erforderlich ist, um Magnetventile zu öffnen und Luft abzulassen. Prüfen Sie die Anschlüsse an der Luftfeder, um dies festzustellen. Falls verfügbar, nutzen Sie den „Wagenhebermodus“, damit das System die Fahrzeughöhe nicht automatisch anpasst, während das Fahrzeug angehoben ist.

3. Häufige Wartungsfehler vermeiden

Eine fachgerechte Installation ist entscheidend für die langfristige Zuverlässigkeit von Luftfederungskomponenten. Schon kleine Fehler in dieser Phase können zu vorzeitigem Ausfall oder zusätzlichen Reparaturen führen.

Um Schäden an der Luftfeder zu vermeiden, muss das Fahrzeug immer abgestützt werden, wenn das System drucklos ist. Luftfedern sollten während der Installation außerdem nicht unter Druck gesetzt werden. Werden diese Hinweise nicht beachtet, kann sich die Luftfeder beim Befüllen falsch entfalten und den Crimpring beschädigen. Wird das Fahrzeug ohne Luftdruck in den Luftfedern abgesenkt, kann der Kompressor unter Umständen nicht genügend Druck aufbauen, um das Fahrzeug anzuheben. Dadurch kann der Kompressor überhitzen und möglicherweise auch das Kompressorrelais beschädigt werden.

Halten Sie sich stets an die vom Hersteller empfohlenen Drehmomentvorgaben, insbesondere bei VOSS-Anschlüssen. VOSS-Luftleitungsanschlüsse sind für schnelle und sichere Verbindungen ausgelegt und müssen in der Regel nicht nachgezogen werden.

Ein zu starkes Anziehen kann Gewinde beschädigen und Undichtigkeiten verursachen. Falls ein Nachziehen erforderlich ist, empfiehlt Arnott die Verwendung eines Drehmomentschlüssels, um mögliche Schäden zu vermeiden.

4. Defekte Komponenten frühzeitig erkennen

Wenn ausfallende Teile erkannt werden, bevor sie vollständig versagen, lassen sich Folgeschäden vermeiden und Arbeitszeit sowie Kosten reduzieren.

Sinkt die Fahrzeughöhe über Nacht um etwa 2,5 cm oder mehr, ist dies ein deutliches Zeichen für eine Undichtigkeit. Beginnen Sie mit der Überprüfung des Systems. Sprühen Sie Seifenwasser auf die relevanten Bereiche des Systems. Blasen weisen auf eine Undichtigkeit hin. Ist die Fahrzeughöhe ungleichmäßig, zum Beispiel wenn eine Fahrzeugecke tiefer hängt, kann stattdessen der Ventilblock die Ursache sein.

Prüfen Sie Federbeine oder Stoßdämpfer auf Öllecks. Ölrückstände können den Gummi der Luftfederbälge beschädigen und deren Lebensdauer verkürzen. Eine Undichtigkeit im Dämpfer kann außerdem die Fähigkeit des Stoßdämpfers beeinträchtigen, Stöße aufzunehmen. In diesem Fall kann die Luftfeder überlastet werden und vorzeitig ausfallen.

Anhaltende Undichtigkeiten können dazu führen, dass der Kompressor übermäßig arbeitet.
Das ECU (Electronic Control Unit) erkennt dann fortlaufend, dass die Fahrzeughöhe zu niedrig ist, und steuert Ventilblock und Kompressor an, um mehr Luft zur undichten Luftfeder oder zum undichten Luftfederbein zu leiten. Diese dauerhafte Überlastung kann zum Ausfall führen.

Bei einer Undichtigkeit im Luftfederungssystem sollte der Kompressor zusätzlich geprüft werden. Verfärbungen, geschmolzene Anschlüsse oder Leitungen und/oder ein verbrannter Geruch können darauf hinweisen, dass der Kompressor durchbrennt.

5. Die Ursache diagnostizieren, nicht nur die Symptome

Wenn ein Luftfederungssystem ausfällt, reicht es möglicherweise nicht aus, nur die betroffene Komponente zu ersetzen. Ermitteln und beheben Sie die Ursache des Problems, um wiederholte Reparaturen zu vermeiden.

Prüfen Sie, ob Folgeschäden entstanden sind. So kann ein undichter Stoßdämpfer bereits die Luftfeder beeinträchtigt haben, während eine defekte Luftfeder den Kompressor überlastet haben kann.

Tauschen Sie Relais zusammen mit Kompressoren aus. Ein fehlerhaftes oder klemmendes Relais kann dazu führen, dass ein neuer Kompressor vorzeitig ausfällt, weil er dauerhaft läuft.

Führen Sie nach Abschluss der Reparatur eine vollständige Systemprüfung durch, um sicherzustellen, dass nichts übersehen wurde.

6. Diagnosegeräte und Updates

Moderne Luftfederungssysteme sind eng mit der Fahrzeugelektronik vernetzt. Nach Wartungs- oder Reparaturarbeiten sind eine korrekte Kalibrierung und in seltenen Fällen Software-Updates entscheidend, damit alles wie vorgesehen funktioniert.

Kalibrieren Sie die Höhenstandssensoren mit einem geeigneten Diagnosegerät neu, um die Einstellungen der Fahrzeughöhe zu prüfen und anzupassen. So lassen sich Fehlercodes oder eine fehlerhafte Funktion vermeiden. Führen Sie nach der Probefahrt eine erneute Prüfung durch und stellen Sie sicher, dass keine Diagnose-Fehlercodes im System wieder aufgetreten sind.

Fazit für Teiletheken und Werkstätten

Luftfederungssysteme erfordern Aufmerksamkeit, Fachwissen und das richtige Werkzeug. Wenn Sie Sicherheit priorisieren, geeignete Diagnosemethoden einsetzen und diese Tipps befolgen, können Sie Systeme effizient warten und reparieren und ihre zuverlässige Funktion erhalten.

Für Werkstätten, die Ersatzteile empfehlen, erfüllt Arnott mit seinem Sortiment an Luftfedern, Luftfederbeinen und Kompressoren OE-Standards und unterstützt zuverlässige, langlebige Reparaturen für Ihre Kunden.

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